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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Das Museum

Pressemitteilungen 2016

Pressemitteilungen 2016

Familienführung: Spuk im Museum

Pressemitteilung 30. Dezember 2016

Stuttgart (hdgbw) - Vampire und Monster sind in das Haus der Geschichte Baden-Württemberg eingedrungen und treiben dort nun ihr schaurig-schönes Unwesen. In der Familienführung am Sonntag, 8. Januar 2017, blicken die Besucher von 15.30 bis 16.30 Uhr hinter die Kulissen der Filme, die Dracula & Co. berühmt gemacht haben. In der Ausstellung "Carl Laemmle presents - Ein jüdischer Schwabe erfindet Hollywood" begegnen sie einem Mann aus Schwaben, der loszog, um Hollywood zu erfinden. Die Führung ist für Kinder, Eltern und Großeltern. Sie kostet 5 € für Erwachsene und 1 € für Kinder. Der Museumseintritt ist frei.

Deutsche Hollywood-Schauspielerin in der Laemmle-Ausstellung

Pressemitteilung 20. Dezember 2016

Stuttgart (hdgbw) - Die Hollywood-Schauspielerin Nina Rausch besucht am Donnerstag, 29. Dezember, die Sonderausstellung "Carl-Laemmle presents... Ein jüdischer Schwabe erfindet Hollywood" im Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Um 15 Uhr berichtet sie dort in einem Talk über Hollywood heute. Die Besucherinnen und Besucher des Stuttgarter Museums erfahren dabei aus erster Hand, wie die Traumfabrik heute funktioniert und wie man als Schwäbin in den USA erfolgreich ist.
Einem größeren Publikum bekannt wurde Nina Rausch durch Rollen in Serien wie "Grey's Anatomy", "Navy CIS" oder "Orange is the New Black". Seit 13 Jahren lebt sie in Hollywood. Im nächsten Jahr startet ihr erster eigener Film. Die Schauspielerin stammt aus Ingersheim (Kreis Ludwigsburg) und ist über Weihnachten zu Besuch in ihrer Heimat.
Das Haus der Geschichte zeigt anlässlich des 150. Geburtstags von Carl Laemmle bis 30. Juli die weltweit erste Ausstellung über den Mann, der als Auswanderer aus Oberschwaben zum Universal-Gründer und zur Produzenten-Legende wurde. Laemmle holte die junge Filmindustrie nach Los Angeles, schuf Universal-City, erfand das Starsystem und produzierte Filmklassiker wie "Dracula" oder "Der Glöckner von Notre Dame". Während der NS-Herrschaft organisierte er bis zu seinem Tod 1939 die Emigration Hunderter verfolgter deutscher Juden in die USA. Die Ausstellung zeigt erstmals ausgestellte Objekte aus mehreren Erdteilen.

Hollywood im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 8. Dezember 2016

Stuttgart (hdgbw) - Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg holt Hollywood nach Stuttgart: Die Große Landesausstellung "Carl Laemmle presents..." zeigt, wie ein jüdischer Oberschwabe zum Erfinder der Traumfabrik wurde. "Carl Laemmle machte Hollywood groß", würdigte ihn Prof. Dr. Thomas Schnabel, der Leiter des Hauses der Geschichte, in der Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 8. Dezember. "Er war der Gründer des Filmgiganten Universal, der Schöpfer des Starsystems, ein wegweisender Produzent und ein früher Global Player. Dabei blieb er immer ein überzeugter Schwabe und seiner Heimat eng verbunden - bis der Geehrte in den 1930er Jahren in Deutschland geächtet wurde."
Zum 150. Geburtstag des am 17. Januar 1867 geborenen Carl Laemmle präsentiert das Museum in Stuttgart vom 9. Dezember 2016 bis 30. Juli 2017 noch nie zuvor gezeigte Ausstellungsstücke. Zu den einzigartigen Originalobjekten aus den USA und anderen Teilen der Welt gehören ein echter Oscar, internationale Filmplakate und Requisiten wie die Fledermaus aus "Dracula".
"Laemmles Leben war filmreif, er ist eine Legende der Kinogeschichte. Also erzählen wir seine Geschichte in Filmsets", sagte Ausstellungsleiterin Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger. "Fünf Studios inszenieren fünf Geburtstage von Carl Laemmle, die Wegmarken seines Lebens darstellen", erklärte sie das Konzept der Schau. Seine letzte, "am meisten beeindruckende Rolle" habe er übernommen, als er hunderte Juden mit seinen Bürgschaften vor dem Holocaust rettete.
Das erste Kapitel "Der Deutsch-Amerikaner" zeigt das spannungsreiche Leben des Wanderers zwischen den beiden Welten. Am Vorabend des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg feierte Laemmle 1917 seinen 50. Geburtstag noch deutsch-amerikanisch. Danach musste er sich für eine Seite entscheiden. Er drehte eine Reihe antideutscher Filme. Nach dem Ende des Krieges reiste er wieder regelmäßig in die alte Heimat und wurde ein Wohltäter seiner Geburtsstadt Laupheim. Der Regie-Oscar und andere erstmals ausgestellte Requisiten wie eine Gasmaske oder Filmfleisch rücken ein Meisterwerk in den Mittelpunkt: den 1930 mit zwei Academy Awards ausgezeichneten Antikriegsfilm "All Quiet on the Western Front". Dieser markierte zwar einerseits den Höhepunkt von Carl Laemmles Karriere, andererseits eine Zäsur. In Deutschland wurde "Im Westen nichts Neues" vor allem in rechtsnationalen Kreisen gehasst, Laemmle als "Filmjude" beschimpft. Er reiste fortan nicht mehr in seine Heimat.
Das Studio "Der Gründer" verdeutlicht, warum Carl Laemmle der Vater Hollywoods ist. Er kaufte 1914 das Gelände einer Hühnerfarm in der Nähe von Los Angeles und baute darauf ein Produktionsstudio, das alle damaligen Maßstäbe sprengte: Universal City - eine Filmstadt mit Zoo, Krankenhaus, eigener Polizei und Bürgermeisterin. Eine Filmkamera, die Uniform der Polizeichefin, Werbematerial und Fotos zeugen von den frühen Tagen der Studiostadt und davon, wie das Marketinggenie Carl Laemmle die ersten Filmstars schuf. Und die gruppierten sich um ihn an seinem 60. Geburtstag.
"Der Global Player" widmet sich der weltweiten Filmvermarktung: Laemmle verstand den Namen seines Unternehmens "Universal" durchaus wörtlich. Eine große Landkarte führt die rund 120 Niederlassungen vor Augen, die bis zu Carl Laemmles 66. Geburtstag entstanden waren - von Oslo bis Buenos Aires und von Vancouver bis Tokio. Japanische, spanische und deutsche Filmplakate verweisen auf die landesspezifische Bewerbung. Setfotos von "S.O.S. Eisberg" lassen erahnen, wie spektakulär einige Filmproduktionen dieser Zeit waren.
Unter den Gästen von Laemmles 67. Geburtstag war auch Boris Karloff, als Frankensteins Monster das Gesicht des jungen Horrorfilmgenres. "Der Patriarch" versammelte neben Filmstars und Wegbegleitern wieder seine Familie um sich, die für ihn größte Bedeutung hatte. Zahlreiche Verwandte brachte er bei Universal unter. Carl Laemmle hatte mit dem "Glöckner von Notre Dame" und dem "Phantom der Oper" den Horrorfilm mitbegründet. Die Blütezeit erlebt das Genre aber, nachdem er 1929 die Geschäfte seinem Sohn Julius, genannt Junior, übertragen hatte. Dessen Filme wurden Kassenschlager - und die ausgestellten Objekte wie die Fledermaus aus "Dracula", eine Handschelle aus "Frankenstein" oder die Bandage der "Mumie" wecken die Erinnerung an berühmte Filmszenen.
Einen weniger glamourösen, aber umso bedeutenderen Teil aus Laemmles Leben schildern die Ausstellungsmacher im Studio zu seinem letzten Geburtstag 1939: "Der Retter". Nach seinem Abschied vom Filmbusiness rettete er einige hundert deutsche Juden vor dem sicheren Tod, indem er ihnen mit Bürgschaften (Affidavits) die Einreise in die USA ermöglichte. Die Namen dadurch geretteter jüdischer Deutscher bestimmen deshalb das in grauen Tönen gehaltene Raumbild. Nachdem Carl Laemmle rund 300 Affidavits ausgestellt hatte, erkannten die US-Behörden keine weiteren mehr von ihm an. Laemmle drängte seine Freunde, ebenfalls Bürgschaften zu übernehmen. Wie sehr es ihn beschäftigte, dass er nicht alle Hoffnungen auf Hilfe erfüllen konnte, zeigt ein Brief Laemmles an den früheren Stuttgarter Schauspieler Fritz Wisten - er endet mit den Worten "I am terribly sorry".
Informationen zu "Carl Laemmle presents..." und zum Begleitprogramm finden sich im Internet unter www.carl-laemmle-ausstellung.de 

Mehr Material zur Ausstellung "Carl Laemmle presents..."

Kinolegenden gratulieren Hollywood-Erfinder

Pressemitteilung 24. November 2016

Stuttgart (hdgbw) - Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und das Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg schenken dem Hauptdarsteller der kommenden Ausstellung "Carl Laemmle presents..." ein besonderes Geburtstagsständchen: In einem Animationsfilm besingen Kinolegenden den Erfinder von Hollywood, darunter Dracula, Marilyn Monroe, Frankensteins Monster, King Kong und Alfred Hitchcock. Anlass der Großen Sonderausstellung im Haus der Geschichte, die vom 9. Dezember 2016 an zu sehen sein wird, ist der 150. Geburtstag des aus Oberschwaben ausgewanderten Universal-Gründers Carl Laemmle. Das cineastische Ständchen ist auch auf der neuen Internetseite www.carl-laemmle-ausstellung.de zu sehen, die ab sofort online ist und das Leben der Hollywood-Legende beleuchtet.
Zwei Filme produzierte das Animationsinstitut für das Stuttgarter Museum. Während der eine den Jubilar feiert, tritt dieser im anderen persönlich auf. Statt Texttafeln wird also Carl Laemmle selbst in die Ausstellung einführen. Die Spots werden vom Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg finanziert."
Carl Laemmle hätte es gefallen, dass ihm eines der international führenden Animationsinstitute mit einer Reihe globaler Superstars gratuliert", sagt Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger, die Ausstellungsleiterin des Hauses der Geschichte. "Die Filme tragen die Handschrift der Ludwigsburger, haben Witz und holen Uncle Carl ins Jetzt und Heute." Prof. Andreas Hykade, der Leiter des Animationsinstituts, nennt die Zusammenarbeit der beiden Landeseinrichtungen "einen Glücksfall". Er kündigt zudem eine Kooperation auch für das Begleitprogramm der Ausstellung an - unter dem Motto "Laemmles Erben". Hykade: "So kommen wir thematisch in Kontakt mit unseren filmischen Urgroßvätern."
Ein siebenköpfiges Team um die iranische Künstlerin Shadi Adib und den Producer Stefan Michel hat die beiden 2D-Trickfilme in drei Monaten realisiert. Beim Geburtstagsständchen bekam sogar jeder der prominenten Gratulanten einen eigenen Sprecher - sodass es von 20 Personen eingesungen wurde.Carl Laemmle, der nach dem Ende seiner Karriere im Filmbusiness hunderte Juden aus NS-Deutschland rettete, hätte sich wohl auch über die versöhnliche Botschaft gefreut, die hinter der Arbeit an den Filmen steckt: Eine Filmemacherin aus dem Iran hat sich mit einem jüdischen Filmproduzenten beschäftigt - ein cineastischer Dialog der Kulturen.
Das Geburtstagsständchen auf youtube: www.youtube.com/user/hausdergeschichtebw
Der Film "Ich komme aus Laupheim" ist vom 9. Dezember 2016 an in der Großen Sonderausstellung "Carl Laemmle presents - Ein jüdischer Schwabe erfindet Hollywood" zu sehen.

Theateraufführung: Wolfs Jagd – auf den Spuren gefühlter Gerechtigkeit

Pressemitteilung 23. November 2016

Stuttgart (hdgbw) – Die Uraufführung eines Theaterstücks zum Thema Gestapo ist am Donnerstag, 1. Dezember 2016, um 19 Uhr im Haus der Geschichte Baden-Württemberg zu sehen. Das Schauspielensemble Kunstdruck e. V. zeigt das Stück „Wolfs Jagd – Auf den Spuren gefühlter Gerechtigkeit“. Die Inszenierung  ist Teil der Veranstaltungsreihe „Die Gestapo und Europa“ zum „Hotel Silber“ in Stuttgart und basiert auf dem 1. Teil der Roman-Trilogie „Hotel Metropol“ von Fritz Lehner. Philipp Falser hat die Bühnenfassung in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte eigens für die „Hotel Silber“-Reihe erarbeitet.

Schauplatz des Stückes ist die Gestapoleitstelle Wien im „Hotel Metropol“: Der ehrgeizige Gestapobeamte Wolf Manhardt beißt sich die Zähne aus an der Widerstandskämpferin Lilly Winter, die im Sommer 1944 in „Schutzhaft“ genommen worden war. Noch setzt er ganz auf seine Kenntnisse und Erfahrungen als Kriminalist, seine vielgeschätzte „Verhörkunst“. Wolfs Jagd nach einem Geständnis entwickelt sich jedoch bald zur Obsession und stürzt nicht nur ihn, sondern auch sein Opfer in ein Chaos widerstreitender Gefühle. Es entbrennt ein Kampf um Aufrichtigkeit und Überlegenheit, um die Anerkennung der gefühlten Gerechtigkeit und nicht zuletzt um das Herz des Gegenspielers.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist unter besucherdienst@hdgbw.de oder 0711/2123989 erforderlich.

Die dritte Veranstaltungsreihe zum „Hotel Silber“ wird organisiert vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg und der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V., finanziert von der Landeshauptstadt Stuttgart und vom Land Baden-Württemberg. Das Gebäude war jahrzehntelang Sitz von Polizei und Gestapo in Stuttgart und wird derzeit zu einem Ort historisch-politischer Bildung und Museum umgebaut.

Zehn Jahre Stauffenberg-Erinnerungsstätte

Pressemitteilung 10. November 2016

Stuttgart (hdgbw) - Mit einer Kunstausstellung und einer Veranstaltungswoche macht das Haus der Geschichte Baden-Württemberg auf den zehnten Geburtstag der Stauffenberg-Erinnerungsstätte in Stuttgart aufmerksam. "Das Anliegen, auf die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und auf den 20. Juli 1944 aufmerksam zu machen und über sie nachzudenken, hat nichts an Aktualität eingebüßt. Zumal heute hasserfüllte Menschen bis hinein in national-völkische Kreise versuchen, Stauffenberg zu vereinnahmen", sagte der Leiter des Hauses der Geschichte, Prof. Dr. Thomas Schnabel, bei einer Pressekonferenz am 10. November 2016 in Stuttgart.
Die Erinnerungsstätte im Alten Schloss wurde am 15. November 2006 - am 99. Geburtstag des Hitler-Attentäters Claus Graf Stauffenberg - vom früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und vom damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger eröffnet. Sie war das erste eigens für die Brüder Stauffenberg eingerichtete Museum. Fast 100.000 Besucherinnen und Besucher haben dort inzwischen die Dauerausstellung über die Lebenswege von Claus und Bertold Graf Stauffenberg gesehen. Darunter sehr viele Gäste aus aller Welt: Italien, Spanien, Großbritannien, Russland, Israel, Afghanistan, den USA, Brasilien, China und Südkorea.
"Die Menschen zeigen sich beeindruckt vom Weg der Brüder Stauffenberg und berührt von der Ausstellung", berichtete Ausstellungsleiterin Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger. "Einträge im Besucherbuch wie dieser bestärken uns: Eine ,kleine Ausstellung im Herzen Stuttgarts. Interessante Zeugnisse, wichtige Botschaft für heutige Bürger'."
Zum zehnjährigen Bestehen der Stauffenberg-Erinnerungsstätte in Stuttgart ist dort vom 16. November 2016 bis zum 26. März 2017 zusätzlich die Ausstellung "Künstlerblicke: Bilder des Widerstands" zu sehen. Sie zeigt Werke von Alfred Hrdlicka und Günter Schöllkopf - zwei Künstlern, die sich intensiv mit dem Umsturzversuch gegen Hitler beschäftigten.
Durch die Ausstellung werden während der Veranstaltungswoche zum zehnten Geburtstag mehrere Führungen angeboten. Vom 15. bis zum 20. November 2016 bietet das Haus der Geschichte in der Stauffenberg-Erinnerungsstätte Rundgänge, Musik und eine Lesung zu Widerstandrecht und Tyrannenmord. Der Eintritt ist während der gesamten Woche frei.
Zur Wahrnehmung des Umsturzversuchs der Stauffenbergs und ihrer Mitverschwörer gegen Hitler hat das Haus der Geschichte ein Buch neu herausgebracht: "Verräter? Vorbilder? Verbrecher? Kontroverse Deutungen des 20. Juli 1944 seit 1945".
Die Stauffenberg-Erinnerungsstätte in Stuttgart ist Claus und Berthold Graf Stauffenberg gewidmet, die ihre Rolle als führende Köpfe des Umsturzversuchs gegen Hitler mit dem Leben bezahlten. Das Museum wurde vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg im Alten Schloss eingerichtet. Dort verbrachten die Brüder Stauffenberg ihre Kindheit und Jugend.
Eng mit der Erinnerungsstätte und dem Haus der Geschichte ist die Stauffenberg Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. verbunden. Sie erinnert an den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und vor allem an die Brüder Stauffenberg und ihre Mitstreiter. Der Verein richtet die jährliche Stauffenberg Gedächtnisvorlesung aus, bei der Kinder von Widerstandskämpfern eindrücklich ihre persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen schildern, und unterstützt Vortragsreihen, Tagungen, didaktische Publikationen für junge Menschen, wissenschaftliche Publikationen und Ankäufe von Exponaten.

Künstlerblicke: Bilder des Widerstands

Die Ausstellung "Künstlerblicke: Bilder des Widerstands" ist vom 16. November 2016 bis 26. März 2017 zum zehnjährigen Bestehen in der Stauffenberg-Erinnerungsstätte in Stuttgart zu sehen. Sie zeigt Werke - vor allem Zeichnungen und Grafiken - zweier Künstler, die sich intensiv mit dem Umsturzversuch gegen Hitler beschäftigten: Alfred Hrdlicka und Günter Schöllkopf.
Günter Schöllkopf (1935-1979) setzte sich in seinem 1973/74 entstandenen Zyklus "Widerstand" mit den Verschwörern vom 20. Juli 1944 auseinander. Wie mannigfaltig die Umsturzbewegung war, wie unterschiedlich Charaktere und politische Herkunft der Beteiligten waren, spiegelt sich in der Bandbreite der von Schöllkopf gewählten Darstellungsformen. Sie reicht vom bildlichen Vergleich mit Persönlichkeiten vergangener Jahrhunderte bis zur stark reduzierten Darstellung zentraler Ereignisse des 20. Juli und der Verfolgung von Angehörigen der Widerstandsbewegung. Der Künstler ließ in seinen Werken etwa General Erich Fellgiebel auf den Anruf vom Erfolg des Attentats warten und zeigte Erwin von Witzleben vor dem Volksgerichtshof.
Alfred Hrdlicka (1928-2009) wollte seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus und dem 20. Juli 1944 nicht als "verspätete Heldenehrung", sondern als "Warnung vor falschen Leitbildern" verstanden wissen. Diese kritische Historisierung und künstlerische Interpretation prägen auch das Spätwerk des Bildhauers und Malers, der 2004/05 den Zyklus "Stauffenberg" schuf. Er griff darin unter anderem die Kriegsverletzungen von Claus Graf Stauffenberg in Tunesien und die Hinrichtung von dessen Bruder Berthold auf. Die ausgewählten Kunstwerke aus der Sammlung des Hauses der Geschichte sind mit der Erzählung der Erinnerungsstätte eng verwoben und zeigen einen jeweils ganz eigenen Blick auf die Ereignisse.

Programm der Veranstaltungswoche 15. bis 20. November 2016

Dienstag, 15. November 2016
15 Uhr: Führung durch die Stauffenberg-Erinnerungsstätte am Geburtstag von Claus Graf Stauffenberg

Donnerstag, 17. November 2016
19 Uhr: Von Widerstandsrecht und Tyrannenmord - Lesung und Musik.
Rudolf Guckelsberger liest Texte von der Antike bis zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Freitag, 18. November 2016
13 Uhr: Kunstpause. Kurzkonzert mit einem Streichertrio des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums

Samstag, 19. November 2016
14 Uhr: Kurzführung durch die Ausstellung "Künstlerblicke: Bilder des Widerstands" mit Werken von Alfred Hrdlicka und Günter Schöllkopf
15 Uhr: Führung durch die Stauffenberg-Erinnerungsstätte

Sonntag, 20. November 2016
11 bis 17 Uhr: Kurzführungen durch die Stauffenberg-Erinnerungsstätte und die Kunstausstellung
14 und 16 Uhr: "Orte des Widerstands" - Geführter Stadtrundgang durch Stuttgart

Tagungsband "Verräter? Vorbilder? Verbrecher?"

Mit der Wahrnehmung des Umsturzversuchs nach dem Nationalsozialismus beschäftigt sich die Publikation zur Tagung "Verräter? Vorbilder? Verbrecher?" im Haus der Geschichte Baden-Württemberg: Aus unterschiedlichsten Interessen versuchten viele seit dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes, ihr jeweiliges Bild vom 20. Juli 1944 in der Öffentlichkeit durchzusetzen. In dem vom Haus der Geschichte neu herausgegebenen Tagungsband beschäftigen sich Fachleute aus dem In- und Ausland mit Fragen wie: Wem galten die Männer und Frauen des Umsturzversuchs als Verräter an der Volksgemeinschaft, wem als Vorbilder für die westdeutsche Gesellschaft? Wer zählte den Wüstenfuchs Erwin Rommel zum Widerstand? Wer wollte seine Karrierechancen in der Bundeswehr verbessern, indem er sich zum Umfeld Claus Graf Stauffenbergs zählte? Das Buch ist im Museumsshop und im Handel erhältlich.
Haus der Geschichte Baden-Württemberg (Hg.): Verräter? Vorbilder? Verbrecher? Kontroverse Deutungen des 20. Juli 1944 seit 1945. Verlag Frank und Timme Berlin, Reihe Geschichtswissenschaft, Band 25. 268 Seiten, 19,80 Euro, ISBN 978-3-7329-0276-7
Rezensionsexemplare des Buches stellen wir gerne zur Verfügung: Sie können unter presse@hdgbw.de oder 0711/212-3982 bestellt werden.

Saisonende auf dem Hohenasperg mit freiem Eintritt

Pressemitteilung 25. Oktober 2016

Asperg (hdgbw) – Mit freiem Eintritt schließt das Museum „Hohenasperg – Ein deutsches Gefängnis“ am Sonntag, 6. November, die Saison 2016 ab. Die Ausstellung mit 23 Häftlingsbiografien im Arsenalbau der Festung hat an diesem Tag zum letzten Mal in diesem Jahr von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr gibt es eine öffentliche Führung durch die Ausstellung. Sie dauert etwa eine Stunde und ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die nächste Saison startet am 26. März 2017. Für Gruppen öffnet das Museum auch während der Winterpause. Anmeldung: 0711/212-3989 oder besucherdienst@hdgbw.de

Vortrag zum "Hotel Silber" im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 21. Oktober 2016

Stuttgart (hdgbw) – Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg bietet am Donnerstag, 27. Oktober 2016, um 19 Uhr einen Vortrag zum "Hotel Silber" an. Prof. Dr. Klaus-Michael Mallmann spricht zum Thema:  "Vom 'Hotel Silber' nach Europa – Die Mitarbeiter der württembergischen Gestapo im 'auswärtigen Einsatz' ". Der Referent gibt einen Überblick über die Geschichte der Gestapo in Europa und analysiert Biografien von Gestapo-Mitarbeitern, deren Karrieren vom "Hotel Silber" ins besetzte Europa führten.
Das Stuttgarter "Hotel Silber" diente der württembergischen Gestapo während der NS-Zeit als Hauptquartier. Prof. Mallmann war wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart. Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe "Die Gestapo und Europa". Sie wird von der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg finanziert. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Schubartfest auf dem Hohenasperg

Pressemitteilung 29. September 2016

Asperg (hdgbw) - Ein Schubartfest mit Musik, Führungen und Lesungen wird am Sonntag, 9. Oktober 2016, im Museum und in der Schubartstube auf dem Hohenasperg geboten. Der Eintritt und die Veranstaltungen sind an diesem Tag kostenlos. Mit dem Fest am Tag vor dem 225. Todestag von Christian Friedrich Daniel Schubart endet das Schubartjahr des Hauses der Geschichte, des Fördervereins Hohenasperg und der Stadt Asperg. Das Museum "Hohenasperg - Ein deutsches Gefängnis" hat am Sonntag, 9. Oktober, von 10 bis 18 Uhr geöffnet, das Programm beginnt um 14 Uhr. Speisen und Getränke bieten der Förderverein Hohenasperg und die Schubartstube.

Das Programm
14.15 Uhr: "Von 'Brandewein' und Eisengittern - Schubartlieder aus dem Gefängnis", gesungen von Johanna Pommranz (Museum)
14.45 Uhr: "Schubart auf dem 'Thränenberg' " - Museumsführung von Ausstellungskuratorin Dr. Franziska Dunkel (Museum und Schubartturm)
15.30 Uhr: "Nur Freyheit macht die Seele weit" - Schubarttexte, gelesen von Johannes Wördemann (Schubartstube)
16 Uhr: "Von 'Brandewein' und Eisengittern - Schubartlieder aus dem Gefängnis", gesungen von Johanna Pommranz (Museum)
16.30 Uhr: "Schubart auf dem 'Thränenberg' " - Museumsführung von Dr. Silke Knappenberger-Jans (Museum und Schubartturm)
17 Uhr: "Nur Freyheit macht die Seele weit" - Schubarttexte, gelesen von Johannes Wördemann (Schubartstube)

„Haus Europa“ öffnet im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 14. September 2016

Stuttgart (hdgbw) - Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg öffnet das "Haus Europa". Hehre Europaträume und harte Europarealitäten, blutige Jahrhunderte und friedliche Jahrzehnte, skeptische Annäherung und grenzenlose Liebe spiegeln sich in dem neuen Ausstellungsteil des Museums wider.
"Gerade im historischen Rückblick wird die überragende Wichtigkeit eines geeinten Europas für alle Menschen überdeutlich", betonte Museumsleiter Prof. Dr. Thomas Schnabel beim Eröffnungspressegespräch am Mittwoch, 14. September. "An die Stelle von Kriegen in jedem Jahrzehnt sind Frieden und offene Grenzen seit jetzt schon über 70 Jahren getreten."
Von Napoleons Feldzügen bis TTIP reichen die Themen in der Abteilung, von der Karikatur aus dem Jahr 1813 bis zum 2016er Elektroauto, das komplett an der Wand hängt, reichen die 150 neuen Objekte. "Wir zeigen, welche Bedeutung ,Europa' für das Leben der Menschen in Baden-Württemberg hat", sagte Ausstellungsleiterin Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger. "Dabei wird klar, dass dieses viel bemühte Schlagwort unterschiedlichste Bedeutungen haben kann: Wunschtraum, Schlachtfeld, Absatzmarkt, Bürokratiemonster oder Begegnungsraum."
Der neue Teil des Themenparks im Museum weitet die Perspektive der früheren Abteilung "Grenz-Fall Frankreich"; die Beziehungen zum Nachbarland haben aber immer noch großes Gewicht. Das "Haus Europa" umfasst fünf Themenfelder:
Das "Schlachthaus Europa" macht deutlich, dass zehntausende Landeskinder den Preis für die Rivalitäten der alten und neuen Territorialstaaten mit ihrem Leben bezahlten. Unter anderem Feldpostbriefe, Fotos und persönliche Gegenstände zeugen von Schicksalen in den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts, die Uniformen der Deutsch-Französischen Brigade in Böblingen aber auch von Versöhnung und Integration.
"Euro-Visionen" geht den unterschiedlichen Vorstellungen eines vereinigten Europas nach, die in den vergangenen beiden Jahrhunderten in verschiedensten politischen und gesellschaftlichen Strömungen entstanden. Davon erzählen Bücher, Hefte, Plakate, Fahnen und eine "Mauer der Vorurteile" aus Kartons, die im Europawahlkampf 2014 in Tübingen von den Passanten nicht eingerissen, sondern eher noch erhöht wurde.
"Das Europa der Monarchen, Politiker und Technokraten" zeigt den langen, kurvenreichen Weg von jahrhundertelangen Feindseligkeiten zwischen Monarchen und Staaten zu einer europäischen Einigung und deren Konflikte. Mehrere Objekte zur Rede des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle 1962 in Ludwigsburg machen bewusst, wie Europa zur Versöhnung inspiriert. Ein aktuelles Protestplakat gegen das Freihandelsabkommen TTIP demonstriert, wie die EU Protest hervorruft.
"Europa als gemeinsamer Markt": Werbeplakate südwestdeutscher Firmen aus dem frühen 20. Jahrhundert stehen dafür, dass Wirtschaftsbeziehungen schon früh und auch in Zeiten politischer Eiszeit zwischen Staaten geknüpft wurden. Ein international gefertigter und in sechs europäischen Ländern mietbarer Kleinwagen veranschaulicht die heutigen intensiven Verflechtungen.
"Das Europa der Bürger" widmet sich Verbindungen und Beziehungen, Initiativen, Solidarität und europäischem Alltag. Städtepartnerschaften entstehen in einer Vielfalt, wie sie auch die ausgestellten Gastgeschenke widerspiegeln: etwa das Holztischchen eines einstigen französischen Kriegsgefangenen für Trossingen oder eine weißrussische Wisentfigur für Esslingen. Selbst die Gesundheit ist heutzutage europäisch, wie ein Feinstaubmessgerät verdeutlicht.

Ausstellungsleitung: Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger
Kurator: Dr. Sebastian Dörfler
Gestaltung: Atelier Brückner, Stuttgart

Fläche: 180 Quadratmeter
Zahl der Objekte: 166, davon 150 neu in der Dauerausstellung
Leihgeber: 29, darunter Wirtschaftsunternehmen, Archive, Initiativen und Privatpersonen

Eröffnungstag "Haus Europa" am 18. September

Mit freiem Eintritt und kostenlosen Führungen eröffnet das Haus der Geschichte Baden-Württemberg am Sonntag, 18. September, das "Haus Europa". Der neue Ausstellungsteil im Themenpark des Museums zeigt, welche Bedeutung Europa für das Leben der Menschen in Baden und Württemberg in den vergangenen gut 200 Jahren hatte und heute hat. Von Napoleon-Karikaturen über die "Churchills Unterhose" genannte Europa-Fahne bis zum Feinstaubfilter sind zahlreiche neue Ausstellungsstücke zu sehen. Diese werden am 18. September ab 13.30 Uhr mit Führungen und Gesprächen mit Zeitzeugen wie dem Historiker und Kolumnisten Gerhard Raff vorgestellt. Die Besucherinnen und Besucher können dabei erfahren, warum die Rede von Charles de Gaulle 1962 in Ludwigsburg begeisterte, was ein "Kind der Schande" bewegte und was ein Jugendlicher auf Radtour beim einstigen "Erbfeind" erlebte. Der Eintritt ist am gesamten Tag frei.

Das Programm des Eröffnungstages:
13.30 Uhr Führung durch das "Haus Europa" mit Kurator Dr. Sebastian Dörfler. Anschließend Gespräch mit Francis Boulouart, der als "Besatzungskind" in Frankreich aufwuchs, und seinem Halbbruder Rudi Knöri.
15.00 Uhr: Führung durch das "Haus Europa" mit dem Geschichtsvermittler Manfred Kaut, der die wegweisende De-Gaulle-Rede in Ludwigsburg miterlebte.
16.30 Uhr: Führung durch das "Haus Europa" mit Ausstellungsleiterin Prof. Paula Lutum-Lenger. Anschließend Gespräch mit dem Historiker und Kolumnisten Dr. Gerhard Raff, der 1963 dem Aufruf zur deutsch-französischen Verständigung auf dem Fahrrad nachkam.

Stauffenberg-Erinnerungsstätte und Museum Hohenasperg: Spannende Führung und freier Eintritt am Tag des offenen Denkmals

Pressemitteilung 2. September 2016

Stuttgart / Asperg (hdgbw) - Zum Tag des offenen Denkmals bieten die Stauffenberg-Erinnerungsstätte in Stuttgart und das Museum Hohenasperg am Sonntag, 11. September 2016, freien Eintritt und jeweils eine kostenfreie Führung. Die Museen sind an diesem Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Führung in der Stauffenberg-Erinnerungsstätte beginnt um 14.30 Uhr, die auf dem Hohenasperg um 15 Uhr.
Die Ausstellung „Hohenasperg - Ein deutsches Gefängnis“ gewährt Einblicke in das Leben von 23 Häftlingen – von der herzoglichen Hofsängerin bis zum NS-Täter – und zeigt, wie sich die Strafe des Freiheitsentzugs über drei Jahrhunderte entwickelt hat.
Die Stauffenberg-Erinnerungsstätte ist Berthold und Claus Schenk Graf von Stauffenberg gewidmet. Sie schildert die Lebenswege der beiden Brüder von der Kindheit und Jugend in Stuttgart bis zum Widerstand gegen Hitler, der mit ihrem gewaltsamen Tod endete.

Im August freier Eintritt ins Haus der Geschichte

Pressemitteilung 26. Juli 2016

Stuttgart (hdgbw) - Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg bietet im August einen Monat lang freien Eintritt. Mit der Aktion "Der Sommer geht auf's Haus" revanchiert sich das Museum für die leichten Einschränkungen durch Umbau- und Sanierungsarbeiten. 
Derzeit wird der Abschnitt "Grenz-Fall Frankreich" im Themenpark zum "Haus Europa" umgestaltet. Die neue Abteilung soll im September eröffnet werden. Eine durch Brandschutzarbeiten bedingte, längere Sonderausstellungspause geht im Winter zu Ende. Vom 9. Dezember an ist die Schau "Carl Laemmle presents... Ein jüdischer Schwabe erfindet Hollywood" zu sehen. Sie ist die weltweit erste umfassende Ausstellung über das Leben und Wirken des legendären Filmproduzenten und Universal-Mitgründers.

Lesung mit Texten Gefangener auf dem Hohenasperg

Pressemitteilung 2. Juni 2016

Asperg (hdgbw) - Schriftliche Zeugnisse von Gefangenen aus drei Jahrhunderten trägt der Sprecher Johannes Wördemann am Sonntag, 12. Juni, um 15 Uhr im Museum Hohenasperg vor. Die Veranstaltung unter dem Titel "Stimmen gegen das Verstummen" widmet sich besonders dem Poeten Christian Friedrich Daniel Schubart. Zu hören sind Texte und Gedichte von Schubart sowie von dem Schriftsteller und Politiker Ernst Toller, dem Autor und ehemaligen RAF-Mitglied Werner Schlegel und anderen Inhaftierten. Sie handeln von Isolation und Ichverlust, Sehnsucht nach Zuwendung sowie Schuld und Schuldverarbeitung. Eine Schubart-Kurzführung durch das Museum Hohenasperg mit Kuratorin Dr. Franziska Dunkel schließt sich an.
Der Eintritt kostet sieben Euro (inkl. Museumseintritt). Eine Anmeldung wird erbeten unter besucherdienst(at)hdgbw.de oder Telefon 0711/212-3989.
"Stimmen gegen das Verstummen" ist die dritte Veranstaltung einer Reihe des Hauses der Geschichte, der Stadt Asperg und des Fördervereins Hohenasperg im Jahr 2016 anlässlich des 225. Todestags von Christian Friedrich Daniel Schubart.

Mahnende Erinnerungen eines NS-Staatsanwalts

Pressemitteilung 13. Mai 2016

Stuttgart (hdgbw) – Die württembergische Justiz während der Zeit des Nationalsozialismus steht im Mittelpunkt eines Buches, das vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg herausgegeben wurde: die Erinnerungen des Staatsanwalts Otto Kleinknecht der Jahre 1929 bis 1949. Nicht unkritisch reflektierte der 1983 gestorbene Beamte darin die eigene Rolle in der Unrechtsjustiz. „Kleinknecht erzählt von den Möglichkeiten und Grenzen der Staatsdiener im Dritten Reich, weit über den Justizbereich hinaus“, begründet der Leiter des Hauses der Geschichte, Prof. Thomas Schnabel, die Veröffentlichung. Ausführliche Berichte wie dieser seien bislang rar.
Sondergerichte hatten während der NS-Zeit oft wegen geringfügiger Delikte wie Diebstählen 11.000 Todesurteile sowie hohe Zuchthausstrafen ausgesprochen. Otto Kleinknecht war als Staatsanwalt beim Sondergericht Stuttgart Teil dieses Systems. Er hatte mindestens drei Todesurteile beantragt, die auch gefällt und vollstreckt wurden. Zwischen kritischer Distanz und Opportunismus setzte sich Kleinknecht in seinen Erinnerungen mit der Zeit und seinen Umständen, mit Schuld und Verantwortung, mit Macht und Ohnmacht auseinander. Dabei liefert er auch interessante Betrachtungen von württembergischen NS-Protagonisten wie dem Vorsitzenden des Sondergerichts Hermann Cuhorst oder Gestapochef Friedrich Mußgay.
Durch Verfolgung von NS-Gegnern einerseits, williger Selbstanpassung und Opportunismus andererseits war der Justizapparat 1933 binnen weniger Monate auf der Linie der neuen nationalsozialistischen Machthaber. Der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Achim Brauneisen sagt: „Wer die Erinnerungen von Otto Kleinknecht liest, bekommt eine lebendige Vorstellung davon, wie es geschehen kann, dass eine Justiz als Bewahrerin von Recht und Rechtstaatlichkeit in Gänze ausfällt. Er vermag zu begreifen, weshalb sich Staatsanwälte und Richter darauf einließen, schlicht mitzumachen.“ Für jede nachwachsende Juristengeneration sei das Buch ein mahnendes Lehrstück.
Wie zahlreiche andere NS-Juristen hatte auch Otto Kleinknecht seine Laufbahn wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt. Die Tagebücher, die er schrieb, existieren nicht mehr. Der Jurist verfasste aber wohl auf deren Grundlage im Ruhestand seine Erinnerungen, die er seinem Vertrauten Walter J. Elser vermachte. Der frühere Pfarrer und stellvertretende Stadtdekan in Stuttgart kürzte das Manuskript und stellte dem Haus der Geschichte die Überarbeitung zur Verfügung. Er ist der Überzeugung: „Will die Justiz vertrauenswürdig sein, muss sie eine ethische Grundlage haben.“
Otto Kleinknecht: „Im Sturm der Zeiten“. Aus den Erinnerungen eines württembergischen Staatsanwalts 1929 bis 1949. Herausgegeben vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur. Broschur. 482 Seiten. 19,90 Euro
Das Buch kann unter Tel. 0711.212.40.15, per E-Mail museumsshop(at)hdgbw.de oder über den Buchhandel bestellt werden.

Haus der Geschichte bietet freien Eintritt und kostenlose Führungen

Pressemitteilung 11. Mai 2016

Stuttgart/Asperg (hdgbw) - Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 22. Mai 2016, unter dem Motto "Museen in der Kulturlandschaft" bietet das Haus der Geschichte Baden-Württemberg kostenfreie Führungen in mehreren Häusern an. Im Haus der Geschichte in Stuttgart startet um 14 Uhr eine Führung zu "Kultur(en) in der Landesgeschichte". Im Museum auf dem Hohenasperg beschäftigt sich um 15 Uhr eine Kuratorenführung unter dem Titel "Ins Freie" mit Knast und Landschaft. Ebenfalls um 15 Uhr beginnt an der Stauffenberg-Erinnerungsstätte in Stuttgart der Stadtrundgang "Orte des Widerstands". Der Museumseintritt ist an diesem Tag frei.

Kultur(en) in der Landesgeschichte
Im Haus der Geschichte in Stuttgart beschäftigt sich eine Sonderführung zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 22. Mai 2016, um 14 Uhr mit dem Thema "Kultur(en) in der Landesgeschichte". Baden-Württemberg ist eine vielfältige Kulturlandschaft: Oper, Ballett, Literatur und Bildende Kunst sind Bestandteil der Regionalgeschichte und greifen ihrerseits historische Themen auf. In der Baden-Württemberg-Lounge begegnen die Besucher John Cranko ebenso wie der Vielfalt der südwestdeutschen "Volkskultur". Der Internationale Museumstag 2016 hat das Motto "Museen in der Kulturlandschaft". Eintritt und Führung sind frei. Das Haus der Geschichte hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Orte des Widerstands 
In der Stauffenberg-Erinnerungsstätte beginnt zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 22. Mai 2016, um 15 Uhr ein Stuttgart-Rundgang unter dem Titel "Orte des Widerstands". Dabei werden historische Orte zu südwestdeutschen Widerstandskämpfern, zur Verfolgung der politischen Gegner in der NS-Zeit und zur Erinnerung an sie vorgestellt: etwa das Hotel Silber, das Alte Waisenhaus, das Landgericht, das Bolz-Denkmal und das Mahnmal vor der Erinnerungsstätte. Der Internationale Museumstag 2016 hat das Motto "Museen in der Kulturlandschaft". Eintritt und Führung sind an diesem Tag frei. Die Stauffenberg-Erinnerungsstätte hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

"Ins Freie" - Knast und Landschaft 
Im Museum Hohenasperg startet am Sonntag, 22. Mai 2016, um 15 Uhr eine Kuratorenführung mit dem Titel: "Ins Freie" - Knast und Landschaft. Der Internationale Museumstag lädt unter dem Motto "Museen in der Kulturlandschaft" zum Blick auf die Umgebung ein: Das Gefängnis Hohenasperg hat eine besondere Beziehung zur benachbarten Landschaft. Die exponierte Lage der Festung führte dazu, dass die Gefangenen weithin sichtbar weggeschlossen waren. Die Sichtbarmachung diente als Mittel der Abschreckung; nicht nur Asperger Kindern wurde gedroht, "wenn du nicht brav bist, kommst du auf den Hohenasperg". Und ihre Schönheit verdankt die Kulturlandschaft rund um den Hohenasperg auch der Arbeit von Häftlingen. So mussten Separatisten als Schellenwerker die Parkanlagen rund um Monrepos anlegen. Kriegsgefangene arbeiteten in den nahegelegenen Weinbergen und Feldern. Diesen vielfältigen Bezügen geht Museumskuratorin Dr. Franziska Dunkel in ihrer Sonderführung nach. Der Eintritt und die Führung sind an diesem Tag frei. Das Museum Hohenasperg hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

17. Laupheimer Gespräche über Film, Funk und Fernsehen

Pressemitteilung 9. Mai 2016

Laupheim (hdgbw) - Mit populären und bemerkenswerten jüdischen Persönlichkeiten der Medienöffentlichkeit beschäftigen sich die Laupheimer Gespräche am 9. Juni 2016. Im Abendprogramm der Veranstaltung unter dem Titel "Bekannt aus Funk, Film und Fernsehen" im Kulturhaus Schloss Großlaupheim tritt der Berliner Comedian Oliver Polak mit seinem aktuellen Programm auf.
Einer der Vorträge beschäftigt sich mit Hans Rosenthal, einem der beliebtesten deutschen Entertainer der Nachkriegszeit. Mit seiner Kultsendung "Dalli-Dalli" schrieb er Fernsehgeschichte. Rosenthal war aber auch ein jüdischer Deutscher, der den Nationalsozialismus in einem Versteck überlebt hatte. Zum breiten Spektrum der Tagung gehören die Themen: Juden und Jüdisches in deutschen Spielfilmen nach 1945 und Emigranten als Filmschaffende in Hollywood sowie im Besonderen die aus Laupheim stammende Hollywood-Legende Carl Laemmle.
Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg widmet Laemmle vom 9. Dezember 2016 an die weltweit erste umfassende Ausstellung, die Leben und Werk des Filmpioniers mit Objekten aus den USA, seiner Heimat und anderen Ländern würdigt. Unter seine Ägide entstanden Filmklassiker wie "Im Westen nichts Neues", "Dracula" oder "Frankenstein".
Die Tagung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg und der Stadt Laupheim am Donnerstag, 9. Juni 2016, geht von 10 Uhr bis 18.15 Uhr. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei. Um 19 Uhr folgt die Abendveranstaltung "Supersad" mit Oliver Polak. Sie kostet im Vorverkauf 12 Euro, für Tagungsteilnehmer 5 Euro.
Das Programm der Laupheimer Gespräche im Internet: www.hdgbw.de/laupheimer-gespraeche Zu den Laupheimer Gesprächen 2016 erscheint der vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg herausgegebene Tagungsband des Symposiums 2015 "Die dritte Generation und die Geschichte".

Schubartjahr beginnt mit Lesung von Peter Schneider

Pressemitteilung 12. April 2016

Asperg (hdgbw) - Der Schriftsteller und Schubart-Preisträger Peter Schneider liest am Sonntag, 24. April 2016, um 15 Uhr im Asperger Keltensaal. Die Veranstaltung ist der Auftakt einer Veranstaltungsreihe anlässlich des 225. Todestags von Christian Friedrich Daniel Schubart in diesem Jahr. Unter dem Titel "Schubart, der Kritische" trägt Schneider Passagen seiner Bücher "Rebellion und Wahn. Mein '68" sowie "An der Schönheit kann's nicht liegen" vor. Der Eintritt kostet sieben Euro. Karten sind in der Stadtbibliothek Asperg, im Museum Hohenasperg und beim Besucherdienst des Hauses der Geschichte, 0711-2123989 oder besucherdienst@hdgbw.de erhältlich.
Schubart nahm als Herausgeber und Autor der "Deutschen Chronik" kein Blatt vor den Mund, um Missstände anzuprangern. Aufklärerische Unangepasstheit würdigt deshalb die Stadt Aalen seit 1956 mit dem Schubart-Literaturpreis. Zu den Preisträgern gehören Peter Härtling, Alice Schwarzer, Robert Gernhard und Katja Petrowskaja. Peter Schneider wurde 2009 für sein Lebenswerk ausgezeichnet, vor allem aber für seine Autobiographie "Rebellion und Wahn. Mein '68". Er beschreibt darin seinen Werdegang vom Freiburger Gymnasiasten zu einem der Wortführer der 68er-Bewegung an der Seite von Rudi Dutschke, Gaston Salvatore oder Ulrike Meinhof und schildert die aufwühlende Liebesbeziehung zu einer jungen Frau, die sich später der RAF anschloss.
Die nächste Veranstaltung des Schubartjahres ist ein Kuratorenrundgang mit Forellenessen auf dem Hohenasperg: Dr. Franziska Dunkel führt am 30. April um 17 Uhr durch das Museum Hohenasperg und die sogenannte Schubartzelle, anschließend wird in der Schubartstube Forelle serviert. Das Schubart-Special kostet inkl. Essen und Eintritt 20 Euro, eine Anmeldung ist erforderlich. Mit der Schubart-Veranstaltungsreihe ehren das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, die Stadt Asperg und der Förderverein Hohenasperg den berühmten Gefangenen des Hohenaspergs, der am 10. Oktober 1791 starb.

Eugen Bolz - Ein vergessenes Vorbild

Pressemitteilung 8. April 2016

Stuttgart (hdgbw) - Dem württembergischen Staatspräsidenten und Widerstandskämpfer Eugen Bolz widmet sich eine wissenschaftliche Tagung mit dem Titel "Eugen Bolz - Ein vergessenes Vorbild" am Donnerstag, 21. April 2016, im Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Ein Vortrag von Museumsleiter Prof. Dr. Thomas Schnabel beschäftigt sich um 18 Uhr mit Eugen Bolz als herausragendem Politiker der Weimarer Republik. Um 18.45 Uhr folgt ein Vortrag von Prof. Dr. Peter Steinbach (Gedenkstätte Deutscher Widerstand) über Bolz' Rolle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Eine Podiumsdiskussion geht um 19.30 Uhr der Frage des Gedenkens an Eugen Bolz nach. Teilnehmer sind Ausstellungsleiterin Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger, Minister a. D. Dr. Christoph Palmer und der Journalist Jan Sellner. Es moderiert SWR2-Programmchef Dr. Johannes Weiß.
Der Eintritt für die Kooperationsveranstaltung mit dem Freundeskreis des Hauses der Geschichte ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich unter besucherdienst@hdgbw.de oder 0711/2123989.

Programm
18.00 Uhr "Die Republik dem Volke nahebringen, ohne große Worte zu machen" Eugen Bolz als württembergischer Minister und Staatspräsident
Prof. Dr. Thomas Schnabel
18.45 Uhr "Nur die Seele ist unerreichbar für alle äußeren Mächte." Eugen Bolz und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Prof. Dr. Peter Steinbach
19.30 bis 21.00 Uhr Gedenken an Bolz - aber wie? Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger (Ausstellungsleiterin Haus der Geschichte), Minister a.D. Dr. Christoph Palmer und der Journalist Jan Sellner im Gespräch mit SWR-2-Programmchef Dr. Johannes Weiß

Remstalrebell neu auf dem Hohenasperg

Pressemitteilung 23. März 2016

Asperg (hdgbw) – Als „Remstalrebell“ oder „genialer Beleidiger“ wurde er bezeichnet: Die Geschichte von Helmut Palmer ist eine der neuen Biografien, die in diesem Jahr erstmals im Museum „Hohenasperg – Ein deutsches Gefängnis“ ausgestellt sind. Am Ostersonntag, 27. März 2016, beginnt die Saison. Am Eröffnungstag um 15 Uhr präsentiert Dr. Franziska Dunkel mit einer Kuratorenführung die neuen Objekte und die Ausstellung. 2016 erinnert das Museum Hohenasperg zudem mit einem erweiterten Veranstaltungsprogramm an den berühmten Häftling Christian Friedrich Daniel Schubart, der vor 225 Jahren starb.
Von Helmut Palmer (1930-2004) sind unter anderem eine „Gefängnisjacke“ und Filmausschnitte zu sehen. Allerdings war das weiß-blau gestreifte Stück keine wirkliche Häftlingskleidung. Der „Remstalrebell“ hatte sie vielmehr für seine politischen Demonstrationen selbst angefertigt. Palmer sah sich als Justizopfer und als Vorkämpfer gegen Untertanengeist, Umweltvergiftung, „Straßenmord und Planungsverbrechen“, für eine Bürgerdemokratie nach Schweizer Vorbild. Das kam bei vielen gut an: In Schwäbisch Hall wäre er 1974 mit 41 Prozent der Stimmen fast Oberbürgermeister geworden.
Helmut Palmer provozierte bürokratische Widerstände und Gerichtsverfahren. Insgesamt wurde er zu Geldstrafen in Höhe von 1060 Tagessätzen und zu 741 Tagen Freiheitsstrafe verurteilt, die er teilweise auf dem Hohenasperg absaß.
Die Härte der Justiz ist auch bei der neu ins Museum aufgenommenen Geschichte von Johannes Thimme ein Thema: Als Unterstützer der RAF wurde er unverhältnismäßig hart bestraft und gerade dadurch weiter radikalisiert. 1985 starb er bei der Explosion seiner Bombe, als er einen Anschlag verüben wollte. Die Ausstellung zeigt neben anderen Objekten ein Flugblatt Thimmes und spiegelt die Pressereaktionen auf seine Verurteilung 1981 wider.
Der 225. Todestag des Dichters, Musikers und Journalisten Schubart am 10. Oktober 2016 ist der Anlass für eine Veranstaltungsreihe des Hauses der Geschichte, der Stadt Asperg und des Fördervereins Hohenasperg. Dazu gehört ebenso eine Lesung mit dem Schubart-Preisträger Peter Schneider am Sonntag, 24. April, um 15 Uhr im Asperger Keltensaal wie „Stimmen gegen das Verstummen“, eine Rezitation von Texten über das Gefangensein mit Johannes Wördemann am Sonntag, 12. Juni, um 15 Uhr im Museum Hohenasperg. Ein Schubart Special bieten das Museum und die Schubartstube am Samstag, 30. April: Nach einer Kuratorenführung zu den Haftjahren des Dichters auf dem Hohenasperg und einen Blick in den Schubartturm wird in der Gaststätte Forelle serviert. Ein Schubartfest am Sonntag, 9. Oktober, ist der Abschluss des Programms.

Die vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg eingerichtete Dauerausstellung im Museum widmet sich in eindrucksvoll inszenierten Räumen mit 23 Biografien den Gefangenen auf dem Hohenasperg, ihren Schicksalen und ihrer Zeit.
Der Eintrittspreis für das Museum beträgt 4 Euro (ermäßigt 2 Euro), Kinder und Jugendliche sind frei.
Die Öffnungszeiten (27. März bis 6. November 2016) des Hohenasperg-Museums: donnerstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr.
Weitere Informationen zum Museum und den Veranstaltungen finden sich im Internet unter www.hohenasperg-museum.de

Fotos zum Museum und den neuen Ausstellungsstücken stehen zum Download bereit: www.hdgbw.de/das-museum/aktuelles/presse/download/

Finissage: Frivoles vom Liebreiz unterm Kleid

Pressemitteilung 22. März 2016

Stuttgart (hdgbw) - Einen Abend zwischen Scham und Begierde bietet das Haus der Geschichte Baden-Württemberg am Sonntag, 3. April 2016, um 19 Uhr zum Abschluss der Sonderausstellung "Auf nackter Haut - Leib. Wäsche. Träume.". Unter dem Titel "Frivoles vom Liebreiz unterm Kleid" besingt die Sopranistin Sandra Hartmann zusammen mit dem Pianisten Peter Schindler Männerunterhosen und billigen Sex. Für literarischen Wäschegenuss sorgt der Sprecher Johannes Wördemann mit Texten von Stefan Zweig, Ildikó von Kürthy und Geneviève Antoine Dariaux. Karten für das musikalisch-künstlerische Programm sind zum Preis von zehn Euro im Vorverkauf im Haus der Geschichte und an der Abendkasse erhältlich.
Hinweis: Die Veranstaltung ist inzwischen ausgebucht.

Originelles Geschichtsspiel zur Langen Nacht der Museen

Pressemitteilung 21. März 2016

Stuttgart (hdgbw) - Zur Langen Nacht der Museen am Samstag, 2. April 2016, in Stuttgart bietet das Haus der Geschichte Baden-Württemberg wieder eine besondere Aktion: Das Ding aus dem Depot - ein Ratespiel mit interessanten, verblüffenden und skurrilen Museumsobjekten. Gemeinsam mit dem Publikum überlegen Teams aus Persönlichkeiten des Stuttgarter Kulturlebens, was es mit den eigenartigen historischen Gegenständen auf sich hat. Gäste sind unter anderem Comedian Michael Gaedt, der Travestiekünstler Frl. Wommy Wonder, Christian Langer von der A-capella-Gruppe füenf, "Äffle"-Sprecher Heiko Volz sowie die Staatstheater-Schauspieler Birgit Unterweger und Manuel Harder. Es moderiert Veit Berthold vom Kooperationspartner SWR 3. Hintergründe zu den Objekten erläutert Paula Lutum-Lenger, die Sammlungsleiterin des Hauses der Geschichte. Der Ratespaß, der auf amüsante Art und Weise Geschichte nahebringt, beginnt um 20.30 Uhr.
Vom Nachmittag an ist im politisch-historischen Landesmuseum Betrieb: Geschichtsexperten führen ab 19 Uhr durch die Epochen- und Themenräume sowie durch die Ausstellung "Auf nackter Haut - Leib. Wäsche. Träume.". Die Unterwäsche-Sonderschau ist nur noch kurz zu sehen und schließt am Sonntag, 3. April, ihre Pforten. Das Kinderprogramm beginnt um 16 Uhr und macht sich auf die Spur eines alten Koffers, der schon viele Reisen mitgemacht hat: "Land in Sicht?! Eine Zeitreise mit Überseekoffer".

Das Ding aus dem Depot - die Gäste:
20.30 Uhr: Raunchy Rita (Burlesque-Tänzerin), Heiko Volz (Sprecher "Äffle"), Thekla Walker (Landesvorsitzende Grüne)
21.30 Uhr: Christian Langer (Sänger, füenf), Thomas Geyer (Stuttgarter Poetry Slam), Verena Ströbele (Literaturclub U 35)
22.30 Uhr: Birgit Unterweger und Manuel Harder (Schauspieler, Staatstheater Stuttgart), Frl. Wommy Wonder (Travestie-Künstler)
23.30 Uhr: Michael Gaedt (Comedian, Kleine Tierschau), Peter Grohmann ("AnStifter" und Künstler), Frl. Wommy Wonder

Osterangebot des Hauses der Geschichte

Pressemitteilung 18. März 2016

Stuttgart (hdgbw) - Ausflugstipps für das Osterwochenende: Am Ostersamstag, 26. März, am Ostersonntag, 27. März, und am Ostermontag, 28. März, ist das Haus der Geschichte Baden-Württemberg von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Ostersonntag und am Ostermontag gibt es jeweils eine öffentliche Führung um 14.30 Uhr durch die Dauerausstellung, um 15.30 Uhr jeweils eine Führung durch die Sonderausstellung "Auf nackter Haut". Darüber hinaus bietet das Museum am Ostermontag um 14 Uhr die Führung "Meilensteine" an, eine gemeinsame Architekturführung durch die Staatsgalerie und das Haus der Geschichte. Sie beginnt um 14 Uhr im Foyer des Hauses der Geschichte.
Am Osterwochenende hat auch die Stauffenberg-Erinnerungsstätte von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die öffentlichen Führungen am Sonntag und Montag beginnen jeweils um 14.30 Uhr.
Am Ostersonntag startet die Saison auf dem Hohenasperg. Um 15 Uhr gibt es eine kostenlose Kuratorenführung durch die Ausstellung "Hohenasperg - Ein deutsches Gefängnis". Es folgt am Ostermontag eine Führung ebenfalls um 15 Uhr.
Am Karfreitag, 25. März, sind die Museen geschlossen.

Ausstellung in Zwangsarbeiterbaracke eröffnet

Pressemitteilung 17. März 2016

Schwäbisch Hall (hdgbw) - In der deutschlandweit einzigen Zwangsarbeiterbaracke in einem Freilichtmuseum wird am Sonntag, 20. März 2016, in Schwäbisch Hall-Wackershofen eine Ausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg eröffnet: Sie zeigt die bewegenden Schicksale der ausländischen Arbeitskräfte, die dort einquartiert waren, und das Verhältnis der einheimischen Bevölkerung zu ihnen. Der Wiederaufbau der Baracke, die einst in Schwäbisch Hall-Hessental stand, und die Einrichtung der Ausstellung kosteten rund 150.000 Euro. Ermöglicht wurde das Projekt vor allem durch die Förderung der Baden-Württemberg Stiftung sowie des Freundeskreises des Hauses der Geschichte, der Wüstenrot-Stiftung und durch die Würth KG.
"Wir wünschen uns, dass mit unserer Ausstellung die Erinnerung an dieses Kapitel deutscher Geschichte wachgehalten wird", sagte Prof. Dr. Thomas Schnabel, der Leiter des Hauses der Geschichte, bei einem Pressegespräch am 17. März 2016. "Es zeigt, wie groß selbst in einer Diktatur die Möglichkeiten Einzelner sind, ausgegrenzte Menschen entweder anständig zu behandeln oder zu schikanieren." Christoph Dahl, der Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, blickte aus heutiger Perspektive auf die Ausstellung: "Es wird nicht nur zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus aufgerufen. Der Ansatz der Ausstellung, die gemeinsame Geschichte von Einheimischen und Fremden zu erzählen, ist aktueller denn je. Die Baden-Württemberg Stiftung fördert das innovative Projekt sehr gerne, da es in Deutschland einmalig ist."
"Mit dem Gebäude der einstigen Fassfabrik Kurz vermitteln wir nicht nur ein Stück Schwäbisch Haller Geschichte", betonte die Ausstellungsleiterin des Hauses der Geschichte, Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger. "Es ist die Aufgabe der Ausstellung, prinzipielle Fragen zu stellen: Wie reagierte die Bevölkerung auf die Fremden? Wie ging man unter diesen extremen Bedingungen miteinander um? Gab es Unterschiede zwischen den Nationalitäten der Barackenbewohner?"
Die Ausstellung erklärt, dass der Status der Zwangsarbeiter sehr ungleich war. Je "arischer" sie waren, umso besser wurden sie behandelt. "Auf fliehende Russen ist sofort zu schießen, mit der festen Absicht, zu treffen", lautete eine Anordnung der Gestapo Stuttgart. Französinnen und Franzosen dagegen standen in dieser Rangordnung weit oben. Ein Teil der 69 Porträtfotos von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in der Ausstellung macht die Unterschiede augenfällig. Wie verschieden die Einheimischen mit den Zwangsarbeitern umgingen, wird in der Museumsbaracke ebenfalls deutlich. Die einen halfen, steckten den Ausgebeuteten Essen zu, obwohl es verboten war. Andere diffamierten und misshandelten sie.
Die Geschichte der Zwangsarbeiter, die eingeengt in der schmutzigen und stickigen Baracke bei oft extremen Temperaturen ihr Dasein fristeten, steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Sie informiert aber auch über die massenhafte Produktion des Gebäudetyps, der ein zentrales Mittel der menschenverachtenden Effizienz der Nationalsozialisten beim Einsatz von Zwangsarbeitern war. Und sie beschäftigt sich mit der Fassfabrik und der Nutzung der Baracke nach dem Zweiten Weltkrieg als Unterkunft für Heimatvertriebene und Gastarbeiter.
Die RAD-Baracke steht unmittelbar neben dem Eingang des Hohenloher Freilandmuseums. "Sie entspricht so gar nicht den gängigen Vorstellungen von Gebäuden, die im Freilandmuseum ihren Platz finden", sagte Museumsleiter Michael Happe. "Die Baracke aus Hessental soll dazu beitragen, dass die Geschichte der Menschen nicht vergessen wird, denen in der jüngeren Vergangenheit großes Unrecht widerfahren ist."

Hintergrundinformationen

Die RAD-Baracke Typ RL IV/3
Baracken wurden in der Zeit des Nationalsozialismus als Unterkünfte für den Reichsarbeitsdienst hunderttausendfach produziert. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie auch für das Militär genutzt sowie in Arbeits-, Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern. Die Baracke auf dem Gelände der Fassfabrik Kurz in Schwäbisch Hall-Hessental hatte das Haus der Geschichte mit Hilfe des Hohenloher Freilandmuseums im Jahr 2000 vor dem Abriss bewahrt und eingelagert. 2012/13 ist sie auf dem Gelände des Freilandmuseums in Wackershofen wieder aufgebaut worden.

Zwangsarbeit
Während des Zweiten Weltkriegs lebten rund 13 Millionen Ausländer in Deutschland, davon 2100 in der Stadt Schwäbisch Hall. Zeitweise stand an jedem vierten Arbeitsplatz ein Zwangsarbeiter. Ohne sie konnten Industrie und Landwirtschaft kaum am Laufen gehalten werden. In der Fassfabrik Kurz arbeiteten rund 350 Ausländer. 125 davon waren französische Kriegsgefangene, die übrigen Zivilisten kamen vor allem aus Russland, der Ukraine und Polen. Sie waren zwischen 15 und 60 Jahre alt. Mehr als die Hälfte der Zivilisten waren Frauen. Das Haus der Geschichte gibt in der Baracke mit Fotos dem Schicksal von 69 Menschen ein Gesicht. Die Namen von weiteren 193 Personen, die bei Schwäbisch Haller Firmen arbeiten mussten, wurden recherchiert.

Die Fassfabrik Kurz
Die Hessentaler Fassfabrik wurde 1890 gegründet und florierte vor allem in den Weltkriegen, weil Metall knapp und dadurch Holzprodukte gefragt waren. Der Ingenieur Karl Kurz übernahm das Unternehmen 1925 und machte es zu einem der wichtigsten Industriebetriebe der Region Schwäbisch Hall. Kurz trat nie in die NSDAP ein und wurde einmal wegen regimekritischer Äußerungen inhaftiert. Dennoch bemühte er sich aktiv um Zwangsarbeiter, über deren Behandlung in der Fabrik es widersprüchliche Aussagen gibt. Nach dem Krieg wuchs die Fassfabrik weiter. Der Umstieg von Holz auf Kunststoffe gelang. Doch wegen zu hoher Investitionskosten musste die Fassfabrik 1998 Konkurs anmelden.

Ausstellungsleitung: Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger
Kurator: Rainer Linder
Ausstellungsgestaltung: Hans Dieter Schaal, Attenweiler
Grafik: lahaye tiedemann gestalten, Ulm

Fotos stehen im Internet zum Download bereit: www.hdgbw.de/das-museum/aktuelles/presse/download/

"Viktors Kopf" - Film-Premiere im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 4. März 2016

Stuttgart (hdgbw) - Von einem furchtbaren Verbrechen der Nationalsozialisten in der Stuttgarter Urbanstraße erzählt der sehr persönliche Dokumentarfilm "Viktors Kopf". Zur Premiere am Montag, 14. März 2016, um 19.15 Uhr im Haus der Geschichte Baden-Württemberg ist Regisseurin Carmen Eckardt zu Gast. Der Eintritt für die Kooperationsveranstaltung mit den AnStiftern ist frei.
Urgroßvater Viktor sei verschollen, so lautete die Familiensage. Was war mit ihm passiert? Gegen das Familientabu und eigene Ängste deckte Regisseurin Carmen Eckhardt die Hintergründe seines Schicksals auf: Georg Viktor Kunz wurde - wie hunderte andere - von den Nazis in Stuttgart enthauptet, weil er gegen das Hitlerregime Widerstand leistete. Die Recherchen der Urenkelin entwickelten sich zu einer erschütternden, abstrusen Odyssee durch deutsche Amtsstuben und Gerichte, in Archive und Museen, in ein Anatomisches Institut und zu einem Gräberfeld. "Viktors Kopf" erzählt persönlich und emotional eine Zeitreise zwischen NS-Vergangenheit und Gegenwart. Es geht um den lebensbedrohlichen Mut von damals und den Mut, den es heute braucht, ein Tabu zu brechen und die Verbindung zur eigenen Geschichte zu suchen.

Internationaler Frauentag im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 3. März 2016

Stuttgart (hdgbw) - Zwei spezielle Führungen und freien Eintritt in die Ausstellungen bietet das Haus der Geschichte Baden-Württemberg zum Internationalen Frauentag am Dienstag, 8. März 2016 : "Körperbilder und Geschlechterrollen" heißt der Rundgang durch die Sonderausstellung "Auf nackter Haut. Leib. Wäsche. Träume". Er beschäftigt sich mit den Fragen: Wie hat sich Wäsche für Frauen in den letzten 120 Jahren verändert, und welche Frauenbilder und Körperideale waren damit verknüpft. Beginn ist um 11 Uhr; Kosten: 4 Euro. Die Führung unter dem Titel "Frauengeschichte(n) aus dem Südwesten - Fürstin, Gastwirtin, Apothekerin oder Professorin" handelt von bekannten und unbekannteren Frauen und vom Kampf um ihre Rechte in 200 Jahren Landesgeschichte. Sie beginnt um 15 Uhr und kostet 4 Euro.

Thema Wahl im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 2. März 2016

Stuttgart (hdgbw) - Mit neuen Ausstellungsstücken und einem kostenlosen Aktionstag am 6. März nimmt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg die Landtagswahl in den Fokus. Bei der Präsentation zweier historischer Wahlurnen am 2. März 2016 in dem politisch-historischen Landesmuseum gratulierte Landtagspräsident Wilfried Klenk zu den beiden Neuzugängen. "Ich freue mich auch, dass die symbolträchtigen Stücke zu einem ausgesprochen sinnfälligen Zeitpunkt präsentiert werden, nämlich kurz vor unserer Landtagswahl." Die historischen Wahlurnen führten unter anderem plastisch vor Augen, dass man - auch technisch - garantiert geheim wählen könne. Wer sein Wahlrecht nicht ausübe, lasse etwas Wesentliches verkümmern, sagte Klenk. "Es gibt sehr viele Gründe, von diesem elementaren Bürgerrecht Gebrauch zu machen." 

Der Leiter des Hauses der Geschichte, Prof. Dr. Thomas Schnabel, schloss sich an. "Seit Beginn des 19. Jahrhunderts kämpften unsere Vorfahren für ein Wahlrecht", sagte er. "Was heute von vielen als lästige Pflicht empfunden wird oder als überflüssig, nämlich wählen gehen zu können, war noch vor 100 Jahren ein wichtiges Ziel für viele Menschen." Stimmen von Männern wurden im Kaiserreich bei vielen Wahlen unterschiedlich gewertet. Frauen blieb das Wahlrecht bis 1919 gänzlich versagt. 
Landeswahlleiterin Christiane Friedrich blickte voraus auf die Landtagswahl: "80.000 gut vorbereitete ehrenamtliche Wahlhelfer und -helferinnen werden am Wahlsonntag dafür bereit stehen, dass alle Wahlberechtigten vor Ort wohlorganisiert und geheim wählen und ihren Stimmzettel in die große, heute meist graue Plastikwahlurne werfen können und sofort ab 18 Uhr jede Stimme richtig bewertet und gezählt wird." Sie appellierte an die Bürger: "Bitte gehen Sie wählen und nehmen Sie Ihr Recht wahr mitzubestimmen, wer unser Land in den nächsten fünf Jahren regieren wird." 
Aus dem Jahr 1913 stammen die beiden neuen Objekte im Haus der Geschichte: eine badische und eine württembergische Wahlurne. Zu dieser Zeit, im Kaiserreich, wurde das Wahlrecht noch nicht in allen Teilen Deutschlands so hochgeschätzt. An manchen Orten mussten Kochtöpfe, Schüsseln oder Schubladen für die Stimmabgabe herhalten. Für die Gemeinde Langenbrücken (heute Teil von Bad Schönborn/Landkreis Karlsruhe) lohnte sich jedoch die Anschaffung einer hölzernen Urne nicht. Das Behältnis wurde noch im selben Jahr außer Dienst gestellt. Es war zu klein, um das Wahlgeheimnis zu wahren. Mehr Glück hatte Ersingen (heute Teil von Erbach/Alb-Donau-Kreis). Dort war die Urne aus Kartonage bis nach 1945 im Einsatz. 
Die Wahlurnen werden auch bei den Sonderführungen am "Vor-Wahlsonntag" am 6. März eine Rolle spielen. An diesem Tag gibt es im Haus der Geschichte bei freiem Eintritt kostenlose Themenrundgänge, Gespräche und Infostände. Geöffnet ist von 10 bis 18 Uhr.

Hintergrundinformationen

Wahlen im Kaiserreich 1871 bis 1918
Wer wie wählen durfte, war eine der strittigsten politischen Fragen des Kaiserreichs. An der Abstimmung für den Reichstag konnten Männer ab 25 Jahren teilnehmen, Frauen blieben ausgeschlossen. Insbesondere in Teilen von Preußen kam es zu Brüchen des Wahlgeheimnisses. Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen beschloss der Reichstag 1913 einheitliche Vorgaben für Wahlurnen. Großurnen sollten verhindern, dass Wahlvorstände anhand der Reihenfolge der exakt gestapelten Stimmzettel und der Wählerlisten feststellen konnten, wer für welche Partei gestimmt hatte.

Die Wahlurne der Gemeinde Langenbrücken
1913 kaufte der badische Ort eine repräsentative Urne und musste sie im gleichen Jahr wieder außer Dienst stellen. Es half nichts, dass der Gemeinderat die Beschaffung einer neuen Urne abgelehnt hatte, "da die hiesige Gemeinde eine ganz neue schöne Wahlurne aus Eichenholz verschließbar besitzt" und "dieselbe eine Höhe von 38 Centimeter und Breite von 28 Centimeter und 10 Mark gekostet hat". Denn sie entsprach nicht mehr den gerade eben erlassenen Vorschriften. Sie war so klein, dass die Stimmzettel nur übereinander geschichtet in das Gefäß passten.

Die Wahlurne der Gemeinde Ersingen 
Als die Ersinger 1913 von der neuen Vorschrift erfuhren, warteten sie mit der Beschaffung einer neuen Wahlurne, "bis vom k. Oberamt nähere Weisung erfolgt". Das Ergebnis war ein aus stabiler Kartonage gefertigtes Gefäß mit einem per Metalllasche und Öse verschließbaren Deckel und Metallgriffen, auf dem das Wappen des Königreichs Württemberg prangt. Es wurde mehr als 30 Jahre lang eingesetzt.

Vor-Wahlsonntag im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 25. Februar 2016

Stuttgart (hdgbw) - Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg veranstaltet eine Woche vor der Landtagswahl einen Thementag zu Demokratie und Mitbestimmung. Zum "Vor-Wahlsonntag" am 6. März werden bei freiem Eintritt kostenlose Themenführungen, Gespräche und Infostände geboten. Kooperationspartner sind eine Projektgruppe der Hochschule der Medien Stuttgart und die Landeszentrale für politische Bildung. Das Museum in Stuttgart hat an diesem Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Die erste von mehreren Kuratorenführungen im Haus der Geschichte beginnt um 11 Uhr. Um 13 Uhr startet das Programm. Studierende des Projekts "Conmedia: Kreuzweise wählbar" präsentieren ein Wahlquiz sowie Podiumsgespräche zu den Themen Wahlforschung, Gleichberechtigung und Medien. Die Landeszentrale für politische Bildung ist mit dem Wahl-O-Mat, Informationen zur Landtagswahl und spielerische Angebote zum Thema Frauen in der Politik vor Ort. Museumsleiter Thomas Schnabel führt um 16.30 Uhr durch die Geschichte der Demokratie im deutschen Südwesten.

Das Programm
11.00-18.00 Uhr: Wahl-O-Mat, Informationen zur Landtagswahl, spielerische Angebote zum Thema Frauen in der Politik, Glücksrad - Landeszentrale für politische Bildung
11.00 Uhr Kuratorenführung "Demokratie- und Wahlgeschichte(n)" - Dr. Christopher Dowe
13.00 Uhr "Kristallkugel der Demokratie?" Gespräch zur Wahlforschung; Wahlquiz - Conmedia
13.30 Uhr Kuratorenführung "Demokratie- und Wahlgeschichte(n)" - Dr. Christopher Dowe
14.30 Uhr "Jahrzehntelanger Stillstand?" Gespräch zu Frauen und Landtagswahlen in Baden-Württemberg; Wahlquiz - Conmedia
15 Uhr Kuratorenführung "Demokratie- und Wahlgeschichte(n)" - Dr. Christopher Dowe
16 Uhr "Lügenpresse oder seriöse Berichterstattung?" Gespräch zu Medien und Wahlen; Wahlquiz - Conmedia 
16.30 Uhr Themenführung "Wer hatte die Wahl? Die Geschichte der Demokratie im Südwesten" - Prof. Dr. Thomas Schnabel

Enthüllungen einer Dessous-Verkäuferin

Pressemitteilung 8. Februar 2016

Stuttgart (hdgbw) – Eine der bekanntesten Dessous-Expertinnen Deutschlands, Heide Meyer, unternimmt am Donnerstag, 18. Februar 2016, um 19 Uhr im Haus der Geschichte Baden-Württemberg eine höchst unterhaltsame Zeitreise durch die Welt der Unterwäsche. Die Autorin des Buches „Mutter Corsage – Enthüllungen einer Dessous-Verkäuferin“ bietet im Museumsrestaurant Tempus einen aufschlussreichen Blick in die Umkleidekabine. Die Lesung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Auf nackter Haut. Leib. Wäsche. Träume.“ Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich unter besucherdienst(at)hdgbw.de oder Telefon 0711/212-3989.

Haus der Geschichte Baden-Württemberg 2016: Von Asyl über Hollywood bis zur Zwangsarbeit

Pressemitteilung 21. Januar 2016

Stuttgart (hdgbw) - Im Jahr 2016 erneuert sich das Haus der Geschichte Baden-Württemberg weiter - inhaltlich und baulich. "Auch während der Sanierung der Brandmeldeanlage pausieren wir nicht", blickte Museumsleiter Prof. Dr. Thomas Schnabel bei der Jahrespressekonferenz am 21. Januar voraus. "Im Gegenteil: Durch Projekte an mehreren Standorten und eine erweiterte Veranstaltungspalette machen wir den Besucherinnen und Besuchern durchgängig ein zusätzliches, vielfältiges und vor allem hochaktuelles Angebot." Zwischen April und September 2016 werden wegen der Bauarbeiten lediglich einzelne Abteilungen vorübergehend nicht besichtigt werden können. Zufrieden blickte Schnabel auf das Jahr 2015 zurück, in dem mehr als 145.000 Besucher die Angebote des Hauses der Geschichte nutzten.

Haus Europa
Während nach und nach der Feuerschutz saniert wird, ändert sich auch das Gesicht eines Teils der Dauerausstellung in Stuttgart: Aus "Grenz-Fall Frankreich" wird das "Haus Europa". Ausstellungsleiterin Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger beschrieb die komplett neu gestaltete Abteilung: "Dort soll deutlich werden, welche vielschichtige Bedeutung Europa für das Leben der Menschen in Baden-Württemberg hatte und hat: blutiges Schlachtfeld oder friedlicher Begegnungsraum, völkerverbindende Vision oder Brüsseler Technokratie." (Weitere Informationen unten.)

Schwerpunkt Asyl
Bereits seit Jahren beschäftigt sich das Haus der Geschichte intensiv mit dem Thema Flucht und Migration. "Der Südwesten gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den Hauptauswanderungsgebieten im Deutschen Reich. Baden-Württemberg ist das Bundesland mit der höchsten Zuwanderungsquote seit der Gründung der Bundesrepublik. Daraus kann man sehr viel lernen für unsere heutige Situation", sagte Thomas Schnabel. "Wir motivieren mit unseren Angeboten die Neuangekommenen, sich mit der baden-württembergischen Geschichte auseinanderzusetzen", so Paula Lutum-Lenger. Dieses Feld der Museumspädagogik wird ausgeweitet. Die Geschichtsvermittlung bietet Programme zum Thema Flucht und Asyl für Einheimische und Geflüchtete, initiiert Schülerprojekte und erklärt Ehrenamtlichen, wie der Umgang mit Museumsobjekten beim Deutschlernen helfen kann. Im Sommer sollen Geflüchtete im Eingangsbereich des Museums eine Ausstellung mit ihrem persönlichen Baden-Württemberg-ABC gestalten.

Zwangsarbeiterbaracke
In der Zwangsarbeiterbaracke aus der NS-Zeit im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen in Schwäbisch Hall hat das Haus der Geschichte eine Ausstellung eingerichtet. Sie wird am 20. März eröffnet und dauerhaft zu sehen sein. "Mit der Baracke betreten wir Neuland", erklärte Ausstellungsleiterin Lutum-Lenger. "Sie ist die erste in einem deutschen Freilandmuseum und entspricht nicht dem Klischee von den üblichen dörflichen Gebäuden." Die Ausstellung beschreibt die Geschichte der Baracke, Schicksale der darin eingepferchten Zwangsarbeiter sowie die Unterbringung von Heimatvertriebenen und Gastarbeitern nach der Zeit des Nationalsozialismus. (Weitere Informationen unten.)

"Carl Laemmle presents"
Hollywood kommt nach Stuttgart: Der aus Oberschwaben ausgewanderte Carl Laemmle war eine der weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten des Filmbusiness und ist dennoch weitgehend aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden. Das Haus der Geschichte widmet dem Mann, der den Universal-Konzern gründete und als Erfinder des Starsystems gilt, die erste umfassende biografische Ausstellung mit erstmals ausgestellten Objekten aus mehreren Ländern. "Carl Laemmle presents - Ein jüdischer Schwabe erfindet Hollywood" wird vom 9. Dezember 2016 bis zum 31. Juli 2017 im Haus der Geschichte zu sehen sein. (Weitere Informationen unten.)

Große Veranstaltungen
Für das Frühjahr 2016 können sich Geschichtsinteressierte mehrere Termine vormerken: Am Sonntag vor der Landtagswahl gibt es im Museum einen Aktionstag zum Thema Demokratie und Mitbestimmung (6. März), der Freundeskreis des Hauses der Geschichte veranstaltet eine Tagung zum Politiker und Widerstandskämpfer Eugen Bolz (21. April), und im Museum Hohenasperg startet eine Saison mit einem Programm zum 225. Todestag des inhaftierten Dichters Christian Friedrich Daniel Schubart. Im Herbst verdeutlichen ein Festwochenende zum zehnten Geburtstag der Stauffenberg-Erinnerungsstätte und eine Veranstaltung im Rahmen der Deutschen Meisterschaften im Poetry Slam die Bandbreite des Museums. 

Ein Haus Europa entsteht im Haus der Geschichte

21. Januar 2016

Die Dauerausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg wird nicht nur laufend aktualisiert und mit neuen Objekten bestückt, sondern auch regelmäßig inhaltlich und technisch weiterentwickelt. Nach der Erneuerung der Abteilung "Weltkriege und Zwischenkriegszeit" im Jahr 2014 folgt im Frühling 2016 die komplette Umgestaltung eines Teils des Themenparks: Aus "Grenz-Fall Frankreich" wird das "Haus Europa". Die Perspektive geht damit künftig deutlich über die wechselvolle Geschichte der Beziehungen zu Frankreich hinaus - auch wenn diese weiterhin im Mittelpunkt stehen. Die neue Ausstellungsabteilung im Themenpark des Museums soll zeigen, welche Bedeutung Europa für das Leben der Menschen in Baden-Württemberg in den vergangenen gut 200 Jahren hatte und heute hat. Dazu werden fünf unterschiedliche Facetten vorgestellt.
Das "Schlachthaus Europa" blickt zurück auf die blutige Vergangenheit des Kontinents zwischen den Napoleonischen Kriegen und dem Zweiten Weltkrieg, in die Badener und Württemberger als Täter und Opfer verwickelt waren. Der Abschnitt "Euro-Visionen" zeigt wiederum stetig wechselnde Entwürfe eines vereinigten Europa - Vorstellungen von Machthabern, Arbeitern, Nationalsozialisten und Pazifisten. Das "Europa der Monarchen, Politiker und Technokraten" stellt dem europäische Realitäten entgegen: mächtige Herrscher, die den Kontinent unter sich aufteilen, immer wieder mühevolle Annäherungsversuche der Staaten und seit Jahrzehnten mehr oder minder gelungene Versuche, die Bürger für das offizielle Europa zu begeistern.
Dem "Europa der Bürger" scheint es seinerseits schwer zu fallen, die Politik zu beeinflussen. Das Interesse an europäischen Wahlen fällt eher gering aus. Für das Zusammenwachsen wertvoll und oft lebendig sind allerdings die Städtepartnerschaften - Baden-Württemberg ist mit Hunderten dieser Verschwisterungen mit europäischen Gemeinden ein Schrittmacher. Wesentlich schneller als die Politik handelt seit jeher die Wirtschaft. Der "Gemeinsame Markt Europa" macht deutlich, wie erschlossen der Kontinent schon im 19. Jahrhundert als Absatzmarkt war und wie Unternehmen und Produktionsstätten heute in viele Länder verästelt sind.
Zur Einrichtung des "Hauses Europa" gehören zahlreiche neue Ausstellungsstücke. Sie führen den Besucherinnen und Besuchern des Museums etwa vor Augen, welchen tiefen Eindruck die Rede des französischen Präsidenten Charles de Gaulle 1962 in Ludwigsburg hinterließ, was Feinstaub mit Europa zu tun hat und dass "Churchills Unterhose" kein Kleidungsstück, sondern eine Fahne ist.
Ausstellungsleitung: Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger
Kurator: Dr. Sebastian Dörfler
Ausstellungsgestaltung: Atelier Brückner, Stuttgart

Ausstellung in Zwangsarbeiterbaracke wird im März eröffnet

21. Januar 2016

Ein einmaliges Projekt wird von der Saison 2016 an im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen in Schwäbisch Hall zu sehen sein: eine Ausstellung in der einzigen Zwangsarbeiterbaracke aus der NS-Zeit in einem deutschen Freilichtmuseum, konzipiert und eingerichtet vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Sie wird am 20. März eröffnet und dauerhaft zu sehen sein. Ermöglicht wurde die Umsetzung durch die Förderung der Baden-Württemberg Stiftung, des Vereins zur Förderung des Hauses der Geschichte, der Wüstenrot Stiftung und der Würth KG.
In dem 160 Quadratmeter großen Gebäude der einstigen Fassfabrik Kurz hat das Haus der Geschichte vier Themen aufbereitet. Eine Abteilung setzt sich mit der zehntausendfachen Produktion und dem Leben in der "RAD-Baracke" auseinander, die ein zentrales Mittel der menschenverachtenden Effizienz der Nationalsozialisten beim Einsatz von Zwangsarbeitern war. Dem Schicksal der Zwangsarbeiter - aus der Perspektive der Betroffenen selbst und aus Sicht der einheimischen Bevölkerung - widmet sich der mittlere Raum. Persönliche Erinnerungen, 69 Porträtfotos und eine Liste von 193 weiteren Personen, die bei Schwäbisch Haller Firmen arbeiten mussten, hat das Haus der Geschichte für die Ausstellung recherchiert. Insgesamt rund 350 ausländische Männer und Frauen zwischen 15 und 60 Jahren kamen in der Fassfabrik zum Einsatz, über deren Geschichte die Ausstellung ebenfalls informiert.
Nach dem Krieg fand die Baracke auf dem Gelände der Firma Kurz weiter Verwendung: Von 1946 an lebten dort Heimatvertriebene vor allem aus Ungarn und dem Sudetenland; zehn Jahre später wurden Gastarbeiter aus Italien dort einquartiert. Wenn auch die gesamte Inneneinrichtung verloren ging und zahlreiche Bretter verrottet waren, sind noch aus allen Phasen der Barackengeschichte Spuren erhalten, die zumindest Einblicke in die Nutzung zu verschiedenen Zeiten geben.
Im Jahr 2000 hatte das Haus der Geschichte mit Hilfe des Hohenloher Freilandmuseums die einstige Einheitsbaracke des Reichsarbeitsdienstes in Schwäbisch Hall-Hessental vor dem Abriss bewahrt und eingelagert. 2012/13 ist sie auf dem Gelände des Freilandmuseums Wackershofen nur wenige Meter neben dem Eingangsgebäude wieder aufgebaut worden.
Ausstellungsleitung: Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger
Kurator: Rainer Linder
Ausstellungsgestaltung: Hans Dieter Schaal, Attenweiler
Grafik: lahaye tiedemann gestalten, Ulm

Carl Laemmle presents - Ein jüdischer Schwabe erfindet Hollywood

21. Januar 2016

Große Sonderausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg vom 9. Dezember 2016 bis zum 31. Juli 2017

Ein Leben wie im Film: Als 17-Jähriger verlässt Karl Lämmle 1884 seine Familie im oberschwäbischen Laupheim und wandert aus in die USA. 50 Jahre später ist er ein legendärer Hollywood-Produzent und Boss eines internationalen Filmkonzerns. Anlässlich seines 150. Geburtstags am 17. Januar 2017 zeigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg die weltweit erste umfassende Carl-Laemmle-Ausstellung. In dem Stuttgarter Museum werden zuvor noch nie ausgestellte Objekte aus den USA, aus seiner Heimat und aus anderen Ländern zu sehen sein.
Sein Aufstieg vom Laufburschen zu einem der erfolgreichsten Filmproduzenten seiner Zeit war der Realität gewordene amerikanische Traum. Carl Laemmle gründete die Universal Studios und machte Hollywood zur Traumfabrik. Das Marketinggenie schuf mediale Großereignisse wie die Eröffnung der Filmstadt Universal City in Los Angeles, erfand das Starsystem und begriff Kino früh als weltweites Geschäft. Unter seiner Ägide entwickelte sich mit Filmen wie "Das Phantom der Oper", "Dracula", "Die Mumie" und "Frankenstein" das Horrorfilm-Genre. Laemmle und seine Universal Pictures produzierten nicht nur die Masse von mehr als 10.000 Streifen binnen weniger Jahrzehnte, sondern auch weitere Klassiker wie "Onkel Toms Hütte" und "Im Westen nichts Neues".
Zu den Ausstellungsstücken werden Requisiten, Filmplakate, Korrespondenzen und persönliche Gegenstände gehören. Das Haus der Geschichte verhandelt dazu mit Laemmles Nachfahren sowie Institutionen wie dem Archiv der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, dem Natural History Museum Los Angeles und dem National Filmcenter Tokyo. Die Schau in Stuttgart wird ebenso an Laemmles umfangreiches filmisches Schaffen wie an den Privatmann und sein engagiertes Wirken in seiner alten Heimat erinnern.
Der Familienmensch und Patriarch blieb Oberschwaben stets eng verbunden. Er besuchte Laupheim regelmäßig und spendete großzügig für Arme und öffentliche Bauten. Nach seinem erzwungenen Ausstieg aus der Filmbranche 1936 widmete Carl Laemmle seine letzten Lebensjahre besonders einer Rettungsmission: Während der NS-Diktatur ermöglichte er bis zu seinem Tod 1939 wahrscheinlich hunderten deutschen Juden die Auswanderung in die USA. Das Kuratorenteam des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg beleuchtet auch mit eigenen Forschungen dieses zuvor wenig untersuchte Kapitel der Biographie Carl Laemmles.
Ausstellungsleitung: Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger
Kuratoren: Dr. Cornelia Hecht, Dr. Rainer Schimpf
Ausstellungsgestaltung: büroberlin
Grafik: nondesign, Köln