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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Sasbach

Turenne

Das Turenne-Museum

Spannender Zugang zu einem Kapitel deutsch-französischer Geschichte

In Sasbach steht seit mehr als 200 Jahren ein französisches Denkmal für den Feldherrn Turenne - obwohl ihn die deutsche Bevölkerung als "Mordbrenner" in Erinnerung behalten hatte. War ein Standbild verfallen oder zerstört, wurde ein neues aufgestellt. Der Marschall war 1675 in der Schlacht bei Sasbach gestorben. Im ehemaligen Wohnhaus der französischen Denkmal-Wächter erzählt eine Ausstellung die Geschichte des Erinnerungsortes, des Feldherrn Turenne, der Schlacht von Sasbach und erklärt ihre Auswirkungen. Das Museum soll zum Nachdenken über die gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Nachbarvölker anregen.

Ausstellung "Beziehungsgeschichten"

Im Turenne-Museum ist bis Oktober eine Ausstellung mit dem Titel "Beziehungsgeschichten - Baden, Württemberg und Frankreich" zu sehen. Diese drei Länder verbindet eine wechselvolle Beziehung. Mehrere Kriege zogen insbesondere Baden und das Elsass schwer in Mitleidenschaft. Die Ausstellung präsentiert u. a. Fotos der Zerstörungen in Kehl 1870, den Granatsplitter, der einen badischen Soldaten im Ersten Weltkrieg tötete und den seine Witwe als Andenken am Hals trug, und das melancholische Porträt eines französischen Kriegsgefangenen im Gefangenenlager Münsingen.
Das gegenseitige Verhältnis erschöpfte sich jedoch keineswegs in Gewalt und Feindschaft. Baden und Württemberg waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts Verbündete des napoleonischen Frankreichs. Baden übernahm in der Folge das französische Gesetzbuch, den "Code Napoléon", wie die Ausstellung zeigt. Bereits im 19. Jahrhundert entstanden enge Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Nachbarn, worauf ein frühes Werbeschild der Firma Hutchinson verweist, die 1853 in Paris gegründet wurde und schon 1856 eine Filiale in Mannheim errichtete. Nach 1945 konnte an diese positiven Traditionen angeknüpft werden. In der in Baden-Württemberg aufgestellten Deutsch-Französischen Brigade, von der Uniformteile gezeigt werden, sind beide Seiten erneut Alliierte. Städtepartnerschaften bauten Vorurteile ab und Bürger rechts und links des Rheins kämpfen gemeinsam für den Umweltschutz. Auch die Wirtschaftsbeziehungen sind erneut sehr eng, was die Beispiele "Smartville" in Hambach oder ein Schaltermodul der französischen Firma Valeo mit ihrem Sitz in Bietigheim-Bissingen belegen.

Das Turenne-Museum und das Turenne-Denkmal in Sasbach

Besucherservice: Informationen über Öffnungszeiten, Führungen und Anfahrt

Das Turenne-Museum hat von April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat von 14-17 Uhr geöffnet. Gruppen und Schulklassen können es nach Anmeldung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten besichtigen. Der Eintritt kostet 1 Euro, Schüler frei.

Führungen: Kurt Degen, Telefon 07841.26.079.

Ansprechpartner Gemeinde Sasbach: Telefon 07841.686.23, E-Mail rathaus(at)sasbach-ortenau.de

Betreiberin des Turenne-Museums ist die Gemeinde Sasbach.

Das Konterfei des Feldherrn am Turenne-Denkmal (Fotos: Haus der Geschichte / Daniela Busam 2, HdG)

Lebenslauf

Henri de Turenne (1611-1675) gilt neben seinem zeitweiligen Erzrivalen Condé als der bedeutendste französische Feldherr seiner Zeit. In Frankreich wird er als der bedeutendste Feldherr in der Zeit vor Napoleon bezeichnet. Turenne war ein ausgezeichneter Taktiker, der sich - was damals noch nicht üblich war - sorgfältig um die Verpflegung und Verwendung seiner Truppen kümmerte. Rechts des Rheins blieb er vor allem durch die Verwüstung der Kurpfalz 1674 in Erinnerung.