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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Das Museum zur Geschichte von Christen und Juden

Eine einzigartige Ausstellung über das "Nebeneinander. Miteinander. Gegeneinander."

Die oberschwäbische Kleinstadt Laupheim beheimatete einst die größte jüdische Gemeinde im Königreich Württemberg. Am 19. August 1942 hörte diese auf zu existieren. Die Nationalsozialisten hatten die letzten Juden aus Laupheim abtransportiert. Viele waren in den Jahren zuvor schon geflohen. Das Neben- und Miteinander von Christen und Juden prägte das Leben der Stadt über 200 Jahre lang. Das Museum erzählt die Geschichte dieser Beziehung bis heute. Starke biographische Akzente liegen auf Lebenswerk und Schicksal des Jugendstil- und Art-Deco-Designers Friedrich Adler und des Hollywood-Filmproduzenten Carl Laemmle. Die Ausstellung wurde vom Haus der Geschichte erarbeitet und umgesetzt.

Das Schloss Großlaupheim beherbergt das 2006 fertiggestellte Museum zur Geschichte von Christen und Juden.

Besucherservice: Informationen über Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Führungen und Anfahrt

Das Museum im Schloss Großlaupheim hat samstags und sonntags sowie an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen sind nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro, für Familien 7 Euro. Für Schüler und Jugendliche bis 18 Jahren ist er frei. Bei Gruppen ab 6 Personen beträgt der Eintritt 3 Euro pro Person (ermäßigt 2 Euro). Führungen bis 25 Personen im Museum: 40 Euro. Eine Führung über den Jüdischen Friedhof und durch das Haus am Jüdischen Friedhof kostet ebenfalls 40 Euro. Ein Audioguide kann für eine Gebühr von 2 Euro geliehen werden.

Betreiberin des Museums zur Geschichte von Christen und Juden sowie des Hauses am Jüdischen Friedhof ist die Stadt Laupheim.

Das einstige Leichenhaus des jüdischen Friedhofs ist im Jahr 2014 saniert worden. (Fotos: Stadt Laupheim 2, Haus der Geschichte)

Das Haus am jüdischen Friedhof: Ausstellung im historischen Leichenhaus

Im einstigen jüdischen Stadtviertel macht das frühere Leichenhaus Aspekte der jüdischen Geschichte Laupheims zugänglich. Die vom Haus der Geschichte eingerichtete Ausstellung widmet sich dem jüdischen Friedhof sowie den Persönlichkeiten, die sich für dessen Pflege eingesetzt haben. Sie informiert über den Ablauf eines jüdischen Begräbnisses, über die Gräber sowie die Symbolik der Inschriften und zeigt, wie das Gebäude seit seiner Errichtung 1907 genutzt und verändert wurde. Das Haus am jüdischen Friedhof ist eine Außenstelle des Museums zur Geschichte von Christen und Juden im benachbarten Schloss und wie dieses in Trägerschaft der Stadt Laupheim. Es kann nach Vereinbarung besichtigt werden.

Synagogengesänge erinnern an jüdisches Gemeindeleben

Eine CD mit traditionellen jüdischen Synagogengesängen aus Laupheim hat das Haus der Geschichte Baden-Württemberg herausgegeben. Sie umfasst 27 beispielhafte Gesänge, die in der dortigen jüdischen Gemeinde gepflegt wurden, bis die Nationalsozialisten sie im Jahr 1942 auslöschte. Die Initiative für das Projekt ging aus vom Laupheimer Lokalhistoriker Rolf Emmerich sowie von Yitzhak Heinrich Steiner, der in Israel lebt. Er ist der Enkel von Simon Leopold Steiner, der bei der Aufnahme Harmonium spielte. Der Sänger war Kantor Emil Elias Dworzan.

Dass 1922 die zwei Musiker aus Laupheim nach Berlin reisten, um mit einem Edison-Phonograph die Gesänge auf Wachsmatrizen aufzunehmen, ist einem berühmten Laupheimer Sohn zu verdanken: Carl Laemmle, der 1884 in die USA ausgewanderte Gründer der Universal Filmgesellschaft, finanzierte die Aufnahmen. In einigen Passagen der Gesänge ist er auch selbst zu hören.

Zur CD gehört ein reich bebildertes, 40 Seiten umfassendes Booklet und kostet 19,90 Euro. Sie CD ist im Museumsshop des Hauses der Geschichte oder online erhältlich.